Lesesteine

Die Gletscher haben kleine und größere Steine (genannt Findlinge, weil man sie „vorgefunden“ hat) aus den Alpen mitgeschleppt und beim Abschmelzen hinterlassen, wo sie von alters her die Feldarbeit immer gestört haben. Zahllose Steine aus den Alpen findet man auch auf den Äckern bei Haag, wobei die Herkunft der meisten bestimmbar ist. Geologen und Naturinteressierte freut das, aber versetzen wir uns in der Lage von Bauern in steinigen Gegenden, wie sie Moränengebiete nun mal sind. Beim Pflügen sind die vom Gletscher abgelagerten Steine an die Oberfläche gelangt und haben später beim Mähen (da Getreide kürzer als heute gemäht wurde) gestört. Nach dem Säen in Frühling, als es auf dem Hof nicht so viel zu tun gab, sind die Leute – auch Kinder – auf das gesäte Feld gegangen, haben die Steine aufgeklaubt und in Eimer und Körbe gelegt. Darin wurden sie zum Pferdewagen gebracht, der wie bei der Kartoffelernte auf dem Feld stand. Die Steine wurden dann gleich zu einer nassen oder eingesunkenen Stelle befördert und ausgebreitet – wie vermutlich beim Toteiskesselweg am Anfang des Waldes nach dem Fußgängertunnel und an dem Weg entlang Toteiskessel Nr. 9.