Limberg

Katholische Filialkirche St. Oswald

Der Toteiskesselweg führt in der Nähe von dem Limberger Kirchlein östlich von Anfelden vorbei. In diesem Kleinod haben sich Reste einer älteren Burganlage erhalten. Die Kirche kann nach vorheriger Absprache bei Johann Bockmair (Bauernhof bei der Kirche, Tel. 08072-1833) besichtigt werden.

Die Burg der Ritter von Limberg, 1270 erstmals erwähnt, stand auf einem hohen, ovalen Moränenhügel, der von einem künstlich angelegten Wassergraben weitläufig geschützt wurde. Es ist möglich, daß natürliche, wassergefüllte Toteiskessel am Fuße des Hügels in den Wassergraben integriert wurden, um den Bauaufwand gering zu halten.
Um 1300 verließen die Ritter die Burg, danach ist die Kirche – die im Jahre 1315 erstmals schriftlich erwähnt wird – vermutlich aus dem Burgpalas errichtet worden.

Die Mauern des Kirchenschiffs entstammen noch der Burganlage und sind zur Gänze aus Feldsteinen (Granit, Gneiss) errichtet. Die durchschnittliche Mauerstärke beträgt 1,20 Meter. Die nördliche Langhausmauer hat keinerlei Fenster und zeigt in der Außenfassade noch die wuchtige Burganlage. Eine ehemalige romanische Tür mit waagrechtem Sturz wurde mit gotischen Backsteinen zugemauert. Der dreiseitig geschlossene, einjochige Chor wurde im ausgehenden 15. Jahrhunderts errichtet und um 1510 mit dem Langhaus in drei Jochen eingewölbt. Das Netzgewölbe mit hohlprofilierten Rippen zeigt bemalte Schlußsteine: Reichsadler des deutschen Reichs, Schimmel der Grafschaft Haag und die drei Haager Gräfinnen-Wappen Aichperg, Closen und Leuchtenberg.

An der Westseite befindet sich der untere Teil eines Turmes mit Tonnengewölbe, auf den ein spätgotischer Glockenturm mit Spitzhelm aufgesetzt ist. Das Tonnengewölbe stammt wahrscheinlich noch von der ursprünglichen Burg. Über dem Südportal ist eine romanische Rundbogennische der ehemaligen Burg angebracht.

Das südöstlichen Chorfenster schmückt ein Glasgemälde von 1552 mit Wappen des Grafen Ladislaus von Haag und seiner Gemahlin Marie-Salome von Baden. Einzigartig ist die vom Boden aufgemauerte gotische Kanzel vom Ende des 15. Jahrhunderts. Der einfache Barock-Altar wurde um 1700 erbaut und hat im Auszug (Mittelteil) die kleine spätgotische Figur des heiligen Oswald, des Schutzpatrons der Kirche.

Diese Notizen stammen aus den historischen Forschungen von Rudolf Münch im Zeitraum von 1978-1999. Wir danken Herrn Münch für die Erlaubnis, seine Notizen zu verwenden.