Die Becken werden eisfei – Zeit der Seen

Schließlich schmolz auch das Eis in den Zungenbecken und es bildeten sich Eisrandseen, solange noch Gletschereis den Schmelzwasserabfluß blockierte. Die tonigen Seeablagerungen dichteten die Zungenbecken ab. Auf dem staunassen Untergrund entwickelten sich in der Folgezeit ausgedehnte Moorflächen.

Das Entwässerungssystem wurde erneut umgekrempelt. Aus der peripheren Talrinne des Leitzach-Gars-Talzugs suchte sich das Wasser, dem größeren Gefälle folgend, neue Wege hinunter in die Zungenbecken. Es entstand eine zentripetale Entwässerung, bei der die Flüsse aus den Zungenbecken auf das Stammbecken als tiefstem Bereich zustreben.

Ein kurzer Abschmelzstillstand hinterließ um das Stammbecken die Endmoränen des Stephanskirchener Stadiums. Ansonsten wurde beim kontinuierlichen Abschmelzen des Eises das Moränenmaterial nicht zu Wällen angehäuft sondern überdeckte die Landschaft großflächig als Grundmoräne.

Nachdem das Eis auch das Stammbecken freigegeben hatte, erstreckte sich hier der Rosenheimer See, der zu Zeiten seiner größten Ausdehnung im Norden bis Attel reichte und auch einige Zungenbecken ausfüllte. Seine Maximalverbreitung ist in der Karte dargestellt. Allerdings wurde der Seespiegel in dem Maße abgesenkt, in dem sich der Inn zwischen Attel und Gars in die Endmoränenzüge einschnitt. Schließlich war der See vollständig ausgelaufen, und nur die Seetonablagerungen im Rosenheimer Becken erinnern noch an ihn. Der Chiemsee, ebenfalls ein eiszeitlicher Stammbeckensee, ist dagegen bis heute erhalten, wenn auch nicht mehr in seiner ganzen ursprünglichen Ausdehnung.