Vielfältige Tier- und Pflanzenwelt

An einem wasserführenden Toteiskessel lassen sich viele Naturbeobachtungen machen.

Setzt man sich ruhig an einen Toteiskessel oder einen Teich der nicht als Fischgewässer genutzt wird, lassen sich oft innerhalb kürzester Zeit viele aufregende Naturbeobachtungen machen. Über die Gewässeroberfläche huschen die zu den Wanzen gehörenden Wasserläufer und stürzen auf ertrinkende Insekten. Dabei geraten sie oft mit ihren Verwandten den Rückenschwimmern aneinander, die es unter der Wasseroberfläche auf die gleiche Beute abgesehen haben.

Blutweiderich, Wasserdost, Segge und Schilf

Libellen schlüpfen, jagen oder verteidigen ihre Reviere, Erdkrötenkaulquappen ziehen in Schwärmen durchs Wasser, gelegentlich taucht ein Molch auf um Luft zu holen und mit etwas Glück kann man auch eine Ringelnatter beobachten die das Ufer nach Fröschen absucht.

Schilf und Seggen

Reichhaltig ist auch die Pflanzenwelt. Bei großen Gewässern können wir eine Röhrichtzone im Uferbereich, eine vorgelagerte Schwimmblattzone und eine sich zur Gewässermitte hin anschließende Zone mit Unterwasserpflanzen unterscheiden.

Rohrkolben und Laichkraut

In der Röhrichtzone dominieren Schilf, Rohrkolben oder Binsen, in der Schwimmblattzone gedeihen See- oder Teichrosen und das schwimmende Leichkraut.

Seerosen

Allerdings wachsen wilde Seerosen nur in einigen Toteiskesseln. Bei fast allen Seerosenvorkommen im Landkreis handelt es sich um eingesetzte Gartenformen. Bei uns häufige Unterwasserpflanzen sind die aus Nordamerika eingeführte Wasserpest, verschiedene Laichkrautarten, Horn- und Tausendblatt, sowie Armleuchteralgen, die oft richtige Unterwasserrasen bilden.

Besonders in vielen Toteiskesseln kommt noch der „fleischfressende“ Wasserschlauch hinzu. Er bildet kleine Fangbläschen aus, deren Härchen auf Berührungen reagieren: Werden sie von einem Wasserfloh oder einem anderen kleinen Wassertier angestoßen, öffnet sich das leere Bläschen und saugt durch den erzeugten Unterdruck Wasser und die Beute ein. So schafft sich der Wasserschlauch eine zusätzliche Nahrungsquelle in nährstoffarmen Gewässern.

Seggen

Die meisten Stillgewässer im Landkreis sind zu klein und zu sehr durch menschliche Eingriffe beeinflußt, um die oben beschriebene Pflanzenzonierung auszubilden. Viele sind so flach, daß Schilf oder Rohrkolben das ganze Gewässer besiedeln können. Insbesondere Toteiskessel sind oft von einem Seggenried (einem Bestand aus „Sauergräsern“) oder von einer gelegentlich gemähten Streuwiese anstelle eines Röhrichtgürtels umgeben. Typisch sind auch „Seggenbulte“ im Uferbereich, die an ein riesiges Grasbüschel erinnern das auf einem „Stamm“ aus verflochtener Wurzelmasse als Insel aus dem Wasser ragt.

Binsen

Einige Gewässer werden immer wieder geräumt um die Verlandung aufzuhalten. Werden sie erneut besiedelt so wechseln sich die verschiedensten Pflanzen in ihrem Auftreten und ihrer Häufigkeit ab, bis sich wieder aus den konkurrenzkräftigsten Arten eine längerfristig stabile Gemeinschaft herausgebildet hat.

Eher artenarm sind schattige Waldgewässer wie wir sie in den Altmoränen nördlich Aschau, in den Jungmoränen des Großhaager Forstes oder an den Toteiskesselweg finden. Nur wenige Pflanzenarten wie Wasserstern und gedeihen bei einem Restlicht. Falllaub bildet eine dicke Schicht am Boden, der Sauerstoff im Wasser wird bei der Verrottung der Blättermasse häufig aufgebraucht. Nur wenige Tierarten tolerieren solche Bedingungen. Dazu gehören der Bergmolch und die Larven der Blaugrünen Mosaikjungfer, einer Großlibelle.

Schattiges Waldgewässer

Falllaub in einem Toteiskessel, der in niederschlagsreichen Zeiten mit Wasser gefüllt ist.