Toteiskessel sind relativ selten

In Deutschland findet man Toteiskessel nur in den ehemals von Gletschereis bedeckten Gebieten, also im Ausdehnungsbereich des großen skandinavischen Eisschildes in Nord- und Ostdeutschland und im Voralpenland, wo sich die alpinen Eisströme ausbreiteten. Toteiskessel sind ein charakteristisches Element dieser eiszeitlich geprägten Landschaften.

Im Gelände sind heute meist nur noch Toteiskessel aus der letzten Vereisungsphase, der Würmeiszeit, sichtbar. Solche aus älteren Vereisungsphasen sind inzwischen durch Materialeinschwemmung und Bodenfließen aufgefüllt bzw. unter Löß (eiszeitlicher Flugstaub) und jüngeren Deckschichten begraben worden. Daher sind im Altmoränengürtel nördlich von Haag bis zum Isental Toteiskessel heute nicht mehr als Mulden im Gelände erkennbar.

Auch wenn es in der Umgebung von Haag über hundert Toteiskessel gibt, sind sie insgesamt eher selten vorzufinden. Im Landkreis Mühldorf kommen sie nur im Moränenzug, der sich von Maitenbeth über Haag Richtung Gars erstreckt und im Raum Wang jenseits des Inns häufiger vor.

Toteiskessel spielen auch eine wichtige Rolle für den Naturhaushalt.