Sicherungsmaßnahmen

Anlage und Ausweisung von Ufer- und Randzonen

Die Uferzone bietet Pflanzen und Tieren Schutz vor Randeinwirkungen und Störfaktoren. Uferzonen von Kleingewässern oder Randbereiche von Feuchtgebieten, wie Seggenrieden oder Bruchwäldern sollen sich entwickeln können, um z. B. gegensätzliche kleinklimatische Verhältnisse abzupuffern oder andere ungünstige Einflüsse auf das Biotop zu vermeiden bzw. zu verringern. In der Regel genügt die Bereitstellung einer ausreichenden Fläche, damit sich über die natürliche Sukzession Saumbiotope ausbilden können.

Kleingewässer die sich innerhalb Wald- oder Forstbereichen befinden werden oft sehr stark beschattet. Vor allem in Fichtenmonokulturen sind stark beschattende Bäume auszulichten oder zu entfernen und die Entwicklung von Strauchvegetation zu fördern (vgl. Regulation des Gehölzaufwuchses).

Anlage und Ausweisung von Pufferzonen

Eine Pufferzone soll negative Umwelteinflüsse (z. B. durch umgebende Nutzungen und den davon ausgehenden Belastungen) abschirmen oder reduzieren. Die erforderliche Breite von Pufferzonen ist nach den jeweiligen Biotopsystemtypen unterschiedlich. Für Röhrichte und Großseggenriede wird eine Mindestbreite von 5 m und für Kleinseggenrieder 10 m vorgeschlagen. Bei Übergangs- und Hochmooren, sollte der Puffersteifen wenigsten 200 – 300 m betragen, besser wären 500 m. Diese Werte können nur als Richtlinien gelten, denn die Größe der Pufferzone hängt nicht allein vom Biotoptyp ab, sondern z. B. auch von der Stärke der Randeinwirkungen (Acker, Wiese, Forst) und dem Relief der Landschaft (Steilhang, Ebene). Die Breite des Pufferstreifens muss demnach im Einzelfall festgelegt werden.

Eine zu üppige Gehölzbepflanzung kann aus naturschutzfachlicher Sicht eher negativ betrachtet werden. Durch Beschattung schränken sie die Ausbildung von Röhrichtbeständen ein. Ferner führt abfallendes Laub zu einer Nährstoffanreicherung, die aber vermieden werden kann, wenn die Gehölzbestockung auf der windzugeneigten Seite entfernt wird.

Extensivierungsmaßnahmen

Wo immer es möglich ist, sollte eine Extensivierung der Nutzung erfolgen. Vor allem Ackerflächen die in der Umgebung von Kleingewässern liegen sollen in extensiv bewirtschaftete Grünflächen umgewandelt werden.

Bei fischereiwirtschaftlicher Nutzung sollte eine ökologische Zone, die etwa 10 – 20 % der Gewässerfläche entspricht und in der Entschlammungsmaßnahmen sowie Röhrichtschnitte auf ein Minimum reduziert werden, vorhanden sein.

Rechtliche Schutzmöglichkeiten

Toteiskessel, die ein Kleingewässer darstellen, sind durch § 2 des Bundesnaturschutzgesetzes geschützt.

Ein rechtliches Instrument für den Schutz vor Schädigung und Zerstörung von Feuchtflächen haben die Naturschutzbehörden (Kreisverwaltungsbehörden) in Bayern in dem Artikel 6d des Bayerischen Naturschutzgesetzes. Nach Absatz 1 dieses Artikels heißt es: „Maßnahmen, die zu einer Zerstörung, Beschädigung, nachhaltigen Störung oder Veränderung des charakteristischen Zustands der in den Anlagen zu diesem Gesetz bezeichneten ökologisch besonders wertvollen Naß- und Feuchtflächen (…) führen können, bedürfen der Erlaubnis.“

Im Einzelnen bietet das Bayerischen Naturschutzgesetz vielfältige Möglichkeiten zum Schutz von ökologisch wertvollen Naturbestandteilen.